Am Morgen des 4. September kam ich endlich in Porto Pino auf Sardinien an.
Die Anreise war Stress pur! Die beiden Abflugzeiten (BER: war ja klar; Rom: muss man mit rechnen) verzögerten sich um Stunden, sodass ich schließlich ungeplant am nächsten Morgen erst den Zug, dann den Bus zum Treffpunkt nehmen musste.
Michael holte mich mit dem Dingi im Hafen ab und wir segelten bei bestem Wetter und Wind gleich los nach Carloforte auf San Pietro (Insel südwestlich von Sardinien).


Dort verbrachten wir zwei wunderschöne Tage, um auch Proviant und Diesel zu bunkern bis uns die Wettervoraussetzungen optimal erschienen. Die Überfahrt verlief jedoch anders als geplant. Schon in der ersten Nacht hatten wir Wellen von achtern, dazu Querwellen, die von einem nördlich vorbeiziehenden Sturmtief kamen und uns sehr zusetzten. Mir war mies zumute. In der folgenden Nacht zog auch noch eine Gewitterfront südlich an uns vorüber. So kamen wir schon nachts auf Menorca an, viel früher als berechnet. Jetzt mussten wir in totaler Finsternis einen Ankerplatz suchen. In die von uns gewählte Bucht hatten sich bereits unzählige andere Segler vor dem Sturm gerettet, sodass sich die Platzsuche als äußerst schwierig erwies. Am folgenden Tag waren die Wetterbedingungen wieder optimal und die weitere Überfahrt nach Mallorca war ein reines Vergnügen. So sollte es immer sein. In Porto Colom machten wir mitten in der Bucht an einer Muring fest und genossen die Abendstimmung an Bord.


An den folgenden Tagen war der Austausch des Starterakkus und eine weitere Motorkontrolle angesagt. Aber finde erst einmal einen passenden Akku für das Schiff in Spanien. Glücklicherweise hatten wir einen Bootszubehörladen etwas außerhalb des Ortes entdeckt und wurden dort auch fündig. An die vorhandenen Zuleitungen jedoch wollte der Akku noch lange nicht passen, da die Polung hier (Plus - Minus) vertauscht war. Das Problem konnte gelöst werden, war ja auch nicht eines der größten in den vielen Jahren zuvor, welches die Crews bewältigen mussten.


Abends kam Hendrik zu uns an Bord. Schon waren knapp zehn Tage vorüber, und es bleibt nur noch herzlichen Dank zu sagen.
Lieben Gruß Markus