Bord-Gästebuch SY DAPHNE

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Markus Kirchner Markus Kirchner schrieb am 16. September 2018 um 5:24 p.m.

Segeln mit Crew 4 2018
Los ging es am Tag 13 im August von Dalarö nach Kopenhagen. Vorbei an unendlich vielen, teils unbewohnten kleinen Inseln der wunderschönen schwedischen Schären mit einer steten Briese.
Gegen Abend erreichten wir das offene Meer und jäh blies der Wind heftig von achtern.
Die Daphne rollte bei kurzen Ostseewellen, so dass es uns vorkam, als könnten wir durch die Luken direkt auf den Meeresgrund sehen.
Die Crew allein darum bemüht, die Abendmahlzeit bei sich zu behalten, klammerte sich mit Händen und Füßen an den Esstisch. Die Kunst bestand darin, See- und Suppengang so zu synchronisieren, dass man a) nichts verschüttete und b) sich nicht den Hals brach.
Der Skipper saß währenddessen auf seinem Captain`s-(Klapp)-chair, nur mit einem T-Shirt bekleidet und erzählte unberührt von einem Seefahrer, der sich auf einer Antarktis- Expedition selbst den Blinddarm entfernte.
So und nicht anders habe ich es jedenfalls in Erinnerung!
Das Ziel dieser Etappe lag vorerst auf Öland, noch Lichtjahre entfernt.
Die folgende Nacht war so dunkel und wolkenverhangen, dass, wenn man einen Lichtpunkt blitzen sah, nicht wusste, ob es sich um einen Stern oder doch um ein Schiff handeln würde. Jetzt hieß es nur noch durchhalten und bloß nicht unter Deck gehen.
Auf den Horizont zu blicken soll das beste Mittel gegen Seekrankheit sein, doch was, wenn er wie ein Pendel durch das Sichtfeld schwingt!?

Die darauffolgenden Tage verliefen so, wie man es sich wohl auf See wünscht. Sonne, stete Briese von irgendwoher und immer wieder wunderschöne, kleine Häfen am Abend. (Auch nachzulesen in den Berichten von Crew 1-3)

Ach ja, erwähnte ich bereits, dass wir im Hafen von Borgholm für Herd und Heizung Gas bunkern mussten.
Natürlich war die örtliche Tankstelle nicht besetzt, der Campingplatz geschlossen und kein Geschäft in Sicht. Also ab zum 5-Sterne Hotel und nach Alternativen gefragt. Der gute Mann an der Rezeption hatte jedoch eine ganz eigene Vorstellung von dem Gasbedarf eines Segelbootes. Er schickte uns doch tatsächlich zum städtischen Gasversorger, vermutlich in der Annahme, dass dort unsere „riesigen“ Gasflaschen (5-6kg) direkt an der Ostseepipeline gefüllt werden könnten!!
Wenigstens stand uns ein Fahrrad zur Verfügung, mit dem ein Flaschentausch im entfernten Köpingsvik möglich war. Die warme Mahlzeit war gesichert.
Das Ende der Reise kam für mich plötzlich, da ich aus persönlichen Gründen leider auf Bornholm von Bord gehen musste.
Bitte warten …