Bord-Gästebuch SY DAPHNE

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Silke Gajek Silke Gajek schrieb am 20. September 2018 um 6:04 p.m.

Am 13. August 2018 ging es an Bord der "Daphne", und ich war total aufgeregt. Zum einen, weil ich überhaupt noch nie vorher in Stockholm, geschweige denn in den Schären segeln war. Zum anderen kannte ich den Kapitän nur ein wenig über unsere gemeinsame politische Arbeit und auch sein Segelboot war mir bis dato bis auf ein Foto unbekannt. Das Angebot mitzusegeln kam eher spontan und unvorbereitet.

Also stiefelte ich zum Wasahafen und freute mich auf eine Woche segeln von Stockholm nach Bornholm Ach, was sind die Schären toll, die Natur, das Wasser - irgendwie alles. Ich konnte das Schiff kennenlernen und fühlte mich gleich sauwohl an Bord. Abends stieg dann Markus in Dalarö an Bord und am nächsten Tag sollte es dann losgehen. Der Wetterbericht teilte uns mit, dass wir die nächsten 36 Stunden noch mit Raumschoten segeln können, danach sollte der Wind drehen und kreuzen wäre angesagt. Es wurde hin und her überlegt, was wir nun machen, insbesondere weil wir etliche Seemeilen vor uns hatten. Letztendlich entschieden wir uns, weiterzufahren und die Nacht durchzusegeln. Die Wellen hatten es in sich und es galt die Parole: durchhalten. Mich übermannte irgendwie die Müdigkeit und so verschwand ich in meine Koje und schlief ziemlich lange. Das störte die beiden Männer aber wenig; sie mochten nicht unter Deck gehen und an Essen war auch nicht zu denken. Aber auch diese Zeit ist irgendwann vorbei, und wir wurden dafür belohnt, dass wir ordentlich Strecke schaffen konnten. So segelten wir zunächst an der schwedischen Ostküste und kamen auf Oland an, wo wir einem wunderschönen Sonnenuntergang beiwohnen konnten und uns mit einem guten Essen belohnten. Dann ging es weiter in Richtung Bornholm, wo wir am 20. August landeten. Hier musste uns Markus verlassen und René kam an Bord. Eigentlich sollte hier ja meine Reise zu Ende gehen, aber nun konnte ich doch noch bis Kopenhagen, sprich Dragor an Bord bleiben; es war ja eine Koje frei. Auf Bornholm wollte ich mit Michael zu einem Gespräch wegen Nord Stream 2, jedoch ist uns da ein kleines Malheur passiert, so dass der Termin sprichwörtlich ins Wasser fiel. Deshalb wollten wir versuchen die schwedische Küste zu erreichen und evtl. in Ystad an Land zu gehen. So stießen wir am 20. August in Svaneke in See und peilten Schweden an. Jedoch war die Welle (im windschaten der Insel)schon so krass, der Wind so stark und hackig, dass wir beschlossen auf Bornholm zu bleiben und legten dann in Alinge an. Was mich an dieser kurzen Überfahrt am meisten beeindruckte, war die Situation, dass innerhalb von gefühlten 5 Minuten die Insel Bornholm vor unseren Augen im Nebel verschwand. Sowas hatte ich bis dahin noch nicht erlebt.

Wir genossen die Insel, unser Kapitän reparierte die Fock, so gut es ging. René und ich erkundeten derweil den Norden der Insel mit der legendären Burgruine Hamershus und legten beide fest: wir kommen wieder. Dann ging es mit für uns günstigen Winden Richtung Dänemark. Aufregend wurde dann nochmal die Brücke in Höllviken. Die letzte Öffnung mussten wir schaffen und der Tower sah nicht wirklich besetzt aus. Was nun? Zum Glück gibt es an Bord ein Nebelhorn und dieses wurde kräftig geblasen. Und wie von Geisteshand öffnete sich die Brücke um 21.06 Uhr. Da atmeten wir dann kollektiv einmal tief durch. Die letzte Hürde war genommen. Der letzte Abend an Bord verbreitet irgendwie immer Wehmut. Man ist eigentlich noch an Bord und gleichzeitig vermisst man schon das Segeln und Leben an Bord. Ich ertappe mich doch immer wieder bei diesem ambivalenten Gefühl. Am 23. August warfen wir in der früh um 7.00 die Leinen los und peilten den Hafen in Dragor an. Alles hat bestens geklappt, die "Daphne" erhielt eine Grundreinigung, und wir räumten unsere Kojen. Tja und dann ging der Bus nach Kopenhagen und es hieß Abschied nehmen. Es war ein toller und aufregender Segeltörn mit allem was frau so braucht zum Segeln.: Regen, Sonne, Wind, nette Menschen um einen herum und ein schönes Schiff.

Immer eine Handbreit Wasser unterm Kiel wünsch ich der Crew auf der Segelyacht "Daphne".
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